Hansestadt Wismar

Stadtgründung im 13. Jahrhundert

Die Hansestadt Wismar entstand um 1226, als Lübecker Bürger nach der Grundsteinlegung durch Heinrich Borwin, Fürst von Schwerin, eine planmäßige Anlage am südöstlichen Ende der gleichnamigen Bucht errichtete. Da die Stadt zur offenen See hin von der Insel Poel geschützt wird, galt der Standort als ideale Basis für den Hafen. Schon die slawischen Obotriten, die Mecklenburg ursprünglich besiedelten, hatten in der Nähe ihren Hauptsitz.

Kleine Stadt, große Kirchen

Die neue Stadt Wismar wuchs schnell: 20 Jahre nach Gründung erhielt sie zu den Kirchspielen St. Marien und St. Nikolai ein drittes: St. Georgen. 1276 wurde eine alle Viertel umschließende Stadtmauer angelegt, die noch heute die Grenzen der historischen Altstadt markiert. Wismar war seit dem hohen Mittelalter ein wichtiges Mitglied des Hansebundes. Der Hafen mit seinen Anbindungen an Skandinavien, England und Russland galt als einer der bedeutendsten an der Ostsee. Besonders enge Kontakte unterhielten die Wismarer Hanseaten nach Südschweden. Noch heute trägt die Stadtverordnetenversammlung in dieser Tradition den Namen Bürgerschaft.

Wismar in Blau-Gelb

Das Jahr 1632 markiert den Beginn der schwedischen Epoche: Im Anschluss an die Besetzung im Dreißigjährigen Krieg bleibt Wismar zusammen mit der Insel Poel und dem Amt Neukloster kaiserlich-schwedisches Lehen. Weil die Bürger der schwedischen Krone huldigten, blieben der Stadt nahezu alle Rechte erhalten. Als Sitz des höchsten Gerichtshofs für die schwedischen Gebiete auf dem europäischen Festland wurde Wismar eine zentrale Rolle zugewiesen. Erst 1903 fiel die Stadt endgültig an Mecklenburg-Schwerin zurück. Dennoch erinnern auch zahlreiche Ortsbezeichnungen und Bauwerke an die schwedische Zeit: der „Alte Schwede“ etwa. Das Backstein-Giebelhaus wurde zwar schon 1380 errichtet, aber später mit einem „Schwedenkopf“ und einem Stander mit den drei schwedischen Kronen verziert.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt mehrfach bombardiert. Wenige Tage vor Kriegsende wurde das historisch wertvolle Marienviertel schwer getroffen. Seit der Sprengung des beschädigten Kirchenschiffs 1960 steht der Marienkirchturm allein und markiert in der Silhouette der Stadt den höchsten Punkt. Nach dem Krieg stieg die Anwohnerzahl durch den Flüchtlingsstrom von 28.000 vor dem Krieg auf dann 44.000 an. Ende 2005 waren es noch 45.000.

Wismars Altstadt ist Weltkulturerbe

Die Altstadt wurde 2003 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Insbesondere der von reich verzierten Giebelhäusern umstandene quadratische Marktplatz und die drei Hauptkirchen gelten als schützenswert. Sehenswert sind aber auch das klassizistische Rathaus, die im Renaissancestil gehaltene Wasserkunst, Jugendstil-Gebäude am Markt, der Fürstenhof aus der Backsteinrenaissance sowie der historische Alte Hafen.

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